05.12.16

Mein Vorschlag für eine Vorspeise für das Weihnachtsessen: Feldsalat mit Apfelstreifen und gerösteten Waldnüssen, dazu Bruschetta mit homemade Apfel-Pflaumen-Schmalz





Wie ihr wisst liebe ich ja die traditionelle Küche, die Küche die meine Mutter und meine Oma schon gekocht hat. Viele Lieblingsrezepte gibt es aus dieser Zeit. Aber nicht nur Rezepte sondern auch ganz besondere Erinnerungen. Eine dieser Erinnerungen habe ich an Schmalz. Der Gedanke an ein frisches Schmalz, dass auf ein lauwarmes Bauernbrot gestrichen und mit etwas Salz bestreut wird, zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.  

In der heutigen Zeit, in der alle nur noch über Superfood, detox, clean-eating, Paleo, vegan und raw-vegan sprechen, habe ich das Gefühlt mich schon rechtfertigen zu müssen, dass ich überhaupt so etwas essen, geschweige denn  beim Metzger Flomen bestelle, um dieses herrliche selbstgemachte Schmalz selbst herzustellen. Flomen?? Was möchten Sie?? Okay.... und für was brauchen Sie es?? Sogar der Metzger meines Vertrauens hat mich fragend angeschaut, als ich die Bestellung aufgab. Ich vermute, dass es in der heutigen Zeit eher selten vorkommt, dass jemand kiloweise Schweinefett bestellt, anstelle die Frage in welcher Wurst der Fettgehalt denn am geringsten ist. Dadurch lasse ich mich aber nicht beirren. Schon lange wollte ich mein eigenes Schmalz herstellen, habe im Internet nach Rezepten und Vorgehensweisen gesucht.





Heraus kam dieses Griebenschmalz mit Äpfeln, Pflaumen, Zwiebeln und Thymian - einfach perfekt für die Winterzeit.  Und warum sollte man nicht einfach mal ein Weihnachtsmenü mit einem Schmalzbrot beginnen. Natürlich habe ich es für Weihachten etwas eleganter und festlicher gestaltet, das Bauernbrot wurde durch ein feines Baguette ersetzt, welches ich kurz in der Pfanne angeröstet habe und das Schmalzbrot kommt auch nicht alleine daher sondern eher als Begleiter eines feinen Wintersalates, der mit Apfel und Walnüsse gespickt ist und mit einem Dressing aus Kürbiskernöl und Balsamico ganz hervorragend zum Schmalz passt.

Habt ihr euch eigentlich schon Gedanken macht, was es an Weihnachten zu essen gibt? Jedes Jahr ist es ja, zumindest empfinde ich es so, eine Herausforderung, ein Menü zusammen zustellen, das etwas Originelles ausstrahlt aber in der Vorbereitung eher einfach und schnell von der Hand geht. Traditionell gibt es bei uns Hirsch  als Hauptspeise, dazu Rotkohl, Spätzle und Knödel, die Vorspeise und das Dessert wird dann jedes Jahr etwas variiert. Ich habe an Weihachten gerne alle meine Liebsten um mich und verbringe sehr viel Zeit mit meiner Familie. Es ist immer wieder etwas Besonderes das Menü zusammen zu kochen und zu essen, die Zeit zu genießen. Jeder hat dabei seine Aufgaben, einer kümmert sich um das Fleisch und die Soße, die andere um die Beilagen und die Vorspeise und das Dessert wird natürlich auch noch an ein fleißiges Bienchen verteilt. Somit ist es für jeden nicht ein stressvolles Abrackern in mehreren Akten sondern ein schönes stimmungsvolles Zusammenkommen, bei dem einige Stunden am Herd verbracht werden und dabei Erinnerungen ausgetauscht werden und natürlich mit dem ein oder andere Gläschen angestoßen wird. Hach... ich freue mich jetzt schon darauf.




Jetzt aber wieder zurück zu meiner Vorspeise. Das Schmalz kann man perfekt vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Es hält sich ungeöffnet mind. 8 Wochen, d.h. also, wer Lust hat kann gleich morgen loslegen.


Für 5 Gläschen (à250ml) benötigt ihr:

500 g Flomen vom Metzger (am besten bereits durch den Fleischwolf gelassen)
200 g Zwiebeln
2 Äpfel ca. 350g
125g getrocknete Pflaumen
1/2 Bunde Thymian
1 TL Meersalz
frisch gemahlener Pfeffer

Die Zubereitung:

1. Die Zwiebeln und Äpfel schälen, entkernen und in feine Würfel schneiden. Auch die Pflaumen fein würfeln. Den Flomen in einem Bräter bei mittlerer Hitze 15 Minuten auslassen, bis krosse Grieben im Fett schwimmen.

2. Anschließend die Zwiebel- Apfel- und Pflaumenwürfel dazugeben und weitere 3 Minuten mit garen, dabei ständig umrühren. Das Salz dazugeben und mit etwas grobem Pfeffer würzen. Den Thymian waschen, trocken schütteln und die Blätter abzupfen. Die Blätter ins Schmalz geben und gut durchrühren. Sofort in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen und verschließen.


Die Zutaten für den Salat mit Bruschetta für 4 Personen:

300 g Feldsalat
1 Apfel
200 g Walnüsse
4 EL Rapsöl
2 EL Kürbiskernöl
4 EL weißer Balsamico
Salz und Pfeffer
1/2 TL Vanillezucker
6 Scheiben Baguettte
Apfel-Pflaumen-Schmalz
etwas paar Thymianblätter


Die Zubereitung:

1. Den Feldsalat putzen, waschen und trocken schleudern. Den Apfel waschen und zuerst in dünne Scheiben schneiden, dabei das Kerngehäuse auslassen und anschließend in feine Streifen schneiden.

2. Die Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, abkühlen lassen und ein paar Nüsse zerbrechen. Anschließend die Apfelspalten in die heiße Pfanne geben und mit 1/2 Teelöffel Vanillezucker bestreuen, damit sich ganz leicht zu karamellisieren beginnen.  Nach 1-2 Minuten direkt wieder herausnehmen. In der gleichen Pfanne die Baguettescheiben leicht anrösten, ebenfalls herausnehmen und leicht auskühlen lassen, damit das Schmalz beim Auftragen nicht zu schmelzen beginnt.


3. Für das Dressing, das Öl, den Essig mit Salz und Pfeffer gut vermengen. Das Baguette großzügig mit Schmalz bestreichen, leicht salzen und mit ein paar Thymianblätter bestreuen. 

4. Den Salat mit dem Dressing vermengen und auf einem Teller anrichten. Die Apfelstreifen darüber verteilen und mit den Walnusshälften garnieren. Etwas Dressing über den Teller geben. Zusammen mit den Schmalzbruschetta servieren.

Habt einen guten Start in die neue Woche!
Mareike ♥

Kommentare:

  1. Liebe Mareike,
    du bist mir noch ein wenig sympatischer geworden (wenn das überhaupt geht), denn ich liebe Schmalz einfach sehr! Unsere Liebe besteht noch nicht allzu lang, denn als Kind mochte ich Schmalz noch nicht so gerne. Seitdem ich aber koche weiß ich welchen wunderbaren Geschmack er hat und vor allem wie viele Gerichte man auch damit verfeinern kann. Er kommt bei mir oft auch an den traditionellen Rotkohl oder wie bei dir auf eine Scheibe Brot.
    Die Idee ihn mit Apfel und Pflaumen zu verfeinern ist super und total festlich. Unser Weihnachtsmenü steht zwar schon, aber vielleicht schieben wir dein Rezept einfach noch als Zwischengang ein ;-)
    Viele liebe Grüße
    Tanja

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    1. Mein Herz macht gerade einen kleinen Sprung liebe Tanja, ich könnte dich knutschen. Ich nehme mir das jetzt ganz fest vor, im nächsten Jahr ein Treffen zu organisieren. Wir müssen uns einfach mal persönlich kennen lernen.
      Bei uns wird es an Weihnachten auf jeden Fall diese Vorspeise geben und für diejenigen die kein Schmalz mögen (keine Ahnung warum es solche Menschen überhaupt gibt :-)), wird es statt dessen ein Pistazienmousse geben. Das Rezept habe ich aus einem wundervollen Blog "Foodistas", kennst du den?? hihihi

      Alles Liebe
      Mareike ♥

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