26.03.16

Mein Rezept für einen saftigen Blaubeer-Marmor-Gugl & einen kleinen Einblick in meinen Foodbloggeralltag



Meine Lieben, heute möchte ich euch einmal Teil haben lassen, an meinem leicht chaotischen Alltag, dem Alltag eines Foodbloggers, der versucht zwischen Fulltimejob und privaten Verpflichtungen,  einmal wöchentlich Euch einen neuen Beitrag mit neuen Rezepten zu zeigen und euch mit den Beiträgen auch etwas über die Person zu verraten, die dahinter steckt.
Denn mit ein paar Foodbildern und dem Rezept ist es für mich oft nicht getan. Ich möchte, dass ihr mich  kennen lernt, dass ich euch etwas weiter geben kann von meiner Leidenschaft, meiner Passion.

Wenn Ihr denkt, dass bei Foodbloggern immer alles glatt läuft, dann habt ihr weit gefehlt.  Hinter den Kulissen herrscht oft das blanke Chaos. Alle Zutaten liegen wild verstreut auf Tischen und Stühlen, sodass ein ganzes Putzkommando von Nöten ist, um die Sauerei wieder zu beseitigen oder die Foodprops werden auf dem Boden zwischengelagert und dabei geht das ein oder anderezu Bruch, bis es schlussendlich zum Einsatz kommt. Das ist lange nicht alles, denn oft geht schon während der Zubereitung alles schief.





Da ich im Moment aufgrund der Lichtverhältnisse immer nur am Wochenende shooten kann, werden die Blogbeiträge sehr genau getimt und geplant. Was wird als nächstes gepostet, eher herzhaft oder süß? Welche saisonalen Einflüsse gibt es und welche Themen oder Projekte stehen an? Welche Vorbereitungen sind nötig, wie lange dauert die Zubereitung?
Es gibt Zeiten, da gehen die Blogbeiträge wie von selbst von der Hand, man weiß immer genau was man als nächstes posten möchte, hat den Plan für die nächsten 2 Monate schon im Kopf. Aber genauso gut gibt es Zeiten, da sitzt man vor seinem Rechner und es fehlt jegliche Inspiration. Man stellt sich die Frage, ob die Beiträge denn überhaupt noch gelesen werden, oder ob die Flut an Foodbildern auf Instagram und Facebook einem schon so überreizen, dass man den Weg auf einen Blog schon gar nicht mehr sucht.

Die Fragen kommen von Zeit zu Zeit, viele sind der Meinung, dass Foodblogs keine Relevanz mehr haben, dass das Leserpotential immer weniger wird. Das kann gut sein, dennoch möchte ich gerne meine Rezepte weitergeben und euch inspirieren, neue Ideen austauschen und neue Gerichte probieren. Denn nicht nur die Leser profitieren von den Rezepten. Mein Essensplan hat sich seit meinem Blogstart vor zwei Jahren grundlegend verändert. Und ich liebe es, dass jede Woche ein neues Gericht, ein neuer Kuchen, kleine Cupcakes, besondere Frühstücksideen oder Desserts auf den Tisch kommen. Ich bin ein absoluter Genussmensch und es ist für mich das größte und schönste Kompliment,  wenn meine Kreationen so gut gefallen, dass sie nachgebacken oder gekocht werden.






Am vergangenen Wochenende wollte ich mich an ein selbstgebackenes rustikales Brot wagen, dass schön 24 Stunden vor sich hin geht, eine krosse Kruste hat und herrlich duftet. Dazu eine selbstgemachte Radieschen-Bärlauch Butter. Perfekt für einen Osterbrunch. Ich konnte den Duft schon förmlich riechen. Der Plan war, dass dieser Post dann am Wochenende erscheinen sollte…

Schon am Samstagmorgen beim Ansetzen des Vorteiges hatte ich ein merkwürdiges Gefühl. Im Laufe der 24 Stunden Gärzeit habe ich immer mal wieder in die Schüssel gelugt, aber da tat sich nichts, aber auch rein gar nichts. Letzten Endes kam ein steinharter Brotklumpen raus, der keinen Millimeter aufgegangen ist und somit ungenießbar war. Ich vermute, dass das Wasser, das ich mit der Sauerteigmischung angesetzt habe, einfach ein paar Grad zu warm war und der Vorteig zudem nicht genügend Wärme abgekommen hat, während der 24 Stunden Ruhezeit. Somit sind die Sauerteigbakterien nicht richtig in Fahrt gekommen und das Aufgehen des Teiges ist ausgeblieben.
Das Shooting, welches dann für Sonntag angesetzt war viel somit in Wasser, was allerdings fast noch schlimmer war, unser Frühstück somit auch, denn ich habe komplett auf das ofenfrische Brot gesetzt und keinerlei Alternativen im Haus.

Der 2. Versuch wurde dann direkt auf die kommende Woche gelegt. Am Montagmorgen vor der Arbeit habe ich nochmals alle Zutaten für das Sauerteigbrot besorgt, am Abend den Vorteig angesetzt, sodass ich den Teigling dann am Dienstagabend backen und am Mittwochmorgen vor der Arbeit shooten konnte. Tja und was soll ich sagen, auch der 2. Versuch ging schief. Um 23.00 Uhr, holte ich das Brot aus dem Ofen. Außen hatte es eine schöne Kruste und die Klopfprobe zeigte auch, dass es fertig gebacken war. Beim Anschneiden dann die Enttäuschung. Zwar war der Teig schon etwas lockerer, doch von einer saftigen und lockeren Brotkrume war ich meilenweit entfernt.

Für einen 3. Versuch fehlte mir die Zeit und vor allem die Nerven. Somit habe ich also umdisponiert und anstatt etwas Herzhaftes für den Osterbrunch einen süßen Blaubeer-Mamor-Gugl gebacken. Damit bewege ich mich wieder in gewohnter Umgebung. Und sind wir mal ehrlich, für einen Osterbrunch würde sich niemand an ein selbstgemachtes Brot wagen, zumindest nicht mit Ersatzbrötchen im Vorratsschrank.








Doch aufgeben gibt es bei mir nicht. Ich werde mich nochmals an das Brot heranwagen, an einem Wochenende mit viel Zeit und die Möglichkeit das Brot für längere Zeit Wärme zuzuführen, damit sich die Sauerteigbakterien auch richtig wohl fühlen. In der Zwischenzeit werde ich ein paar Rezepte studieren und meines etwas optimieren.

Ich möchte euch mit diesem kleinen Einblick in den Bloggalltag die wirkliche Realität zeigen, denn nicht immer ist alles so, wie es scheint und ich will auch Mut machen, sich an etwas Neues heranzuwagen, sich etwas zu trauen und nicht zu verzweifeln, wenn es auf Anhieb nicht klappt.

Aber nochmals zurück zum heutigen Rezept, das sich wirklich hervorragend auf einem österlich gedeckten Kaffeetisch oder zum Brunch macht. Durch die Heidelbeeren ist er sehr saftig und die Orangenschale verleiht ihm einen Hauch Säure und Frische.


Das Rezept eignet sich für eine Guglform mit 1 3/4l Füllmenge. 

Die Zutaten:

150 g Heidelbeeren
200 g Zucker
250 g weiche Butter
2 TL abgeriebene Orangenschale
eine Prise Salz
5 Eier
450 g Mehl
50 g Speisestärke
1 Päckchen Backpulver
100 ml Buttermilch
4-5 EL Orangensaft
50 g gemahlene Mandeln
2 EL Mandelblättchen
100 g Puderzucker

Die Zubereitung:

1. Heidelbeeren mit 30 g Zucker fein pürieren. Die Butter mit 170 g Zucker und der Orangenschale 10 Minuten schön schaumig rühren. Danach einzeln die Eier 1/2 Minute unterrühren. 

2. Das Mehl, die Speisestärke und das Backpulver mischen und mit der Milch und 3 EL Orangensaft unter die Buttermischung rühren. Den Teig halbieren und in die eine Hälfte die Mandeln, in die andere Hälfte die Heidelbeeren rühren. 

3. Eine Guglform ausbuttern und mit Mehl ausstäuben. Den Teig abwechselnd in mehreren Schichten in die Form geben. Mit einer Gabel marmorieren, dafür die Gabel in Wellenbewegungen durch die Teigschichten ziehen und dabei um die eigene Achse drehen. 

4. Im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad auf der 2. Schiene von unten 55 Minuten backen. In der Form kurz abkühlen lassen, stürzen und komplett auskühlen lassen. 

5. Die Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Fett rösten. Puderzucker mit 1-2 EL Orangensaft verrühren und über den Kuchen träufeln. Die Mandelblättchen darüber streuen und eventuell mit ein paar Heidelbeeren dekorieren. 

Ich wünsche Euch allen ein wundervolles Osterfest, ohne Stress dafür mit viele Liebe und jeder Menge Zeit für die Liebsten.

Mareike ♥


10.03.16

Indisches Curry Vindaloo, eine feurig scharfe Currymischung die eine wunderbare Geschmacksexplosion auslöst








Wer eine Schwäche für feurige Schärfe hat ist hier genau richtig, dann wird euch dieses Curry begeistern. Die Fülle an köstlichen Gewürzen und Chilis zaubert eine gigantische Geschmacksexplosion. Für eine mildere Version kann man die frischen Chilis einfach weglassen. 



Das ursprüngliche Gericht wurde von den Portugiesen nach Inden gebracht, genauer gesagt nach Goa. Das Wort Vindaloo verbirgt die Wörter Essig und Knoblauch. Das Fleisch wurde in Weinessig und Knoblauch mariniert. Die Inder haben dann eine feine Mischung aus Gewürzen und jede Menge Chilis hinzu gefügt und schon war dieses herrliche Curry geboren. 

Das Curry eignet sich auch hervorragend für große Familienfeiern. Es kann am Vortag vorbereitet und am Festtag einfach nochmals erhitzt werden. Mit Currys verhält es sich nämlich wie mit einem Gulasch. Am nächsten Tag schmeckt es nochmals so gut.






Die indische Küche hat so vieles zu bieten. Es ist unglaublich welche Vielzahl an Gewürzen und Geschmacksrichtungen man wählen kann. Egal ob Curry mit Lamm, Schwein, Rind oder Gemüse, jedes schmeckt verschieden, man kann sich sozusagen wochenlang nur von Currys ernähren und hätte immer noch eine riesige Auswahl nicht getesteter Rezepte vor sich. Das einzige was immer identisch ist, sind die Begleiter, Reis, Papadam-Fladen oder Naanbrot und natürlich Naturjoghurt. Diese Komponenten sind unersetzlich und absolut wichtig, um ein typisches indisches Essen zu zaubern. Und das Beste, wer jetzt denkt, Reis ist doch langweilig und fade, versucht doch einfach mal den Reis etwas aufzupeppen, mit Kukuma, Ingwer und Zitrone, oder Knoblauch und Muskat, auch eine Variante mit Limette und Koriander sorgen für Abwechslung. Ich schwöre euch, es ist ein völlig neues Geschmackserlebnis und den Reis seht ihr ab diesem Zeitpunkt mit ganz anderen Augen.

In meinem Rezept wird Bio-Schweinefleisch verwendet, genauso gut kann aber auch Hähnchen oder Lamm verwendet werden. 




Das Rezept ist für 4-6 Personen vorgesehen:

Die Zutaten für die Vindaloo-Currypaste:

2 Knoblauchzehen
1 daumen großes Stück frischen Ingwer
4 getrocknete rote Chilischoten (evtl. die Samen entfernen)
1 EL gemahlenen Kurkuma
1/2 TL Meersalz
3 EL Erdnussöl
2 EL Tomatenmark
2 frische rote Chilischoten (evtl. die Samen entfernen)
1 kleines Bund frisches Koriandergrün
1 TL schwarze Pfefferkörner
4 Gewürznelken
2 TL Koriandersamen
2 TL Fenchelsamen
1 TL Bockshornkleesamen


Zubereitung:

1. Die Pfefferkörner, die Gewürznelken, den Koriandersamen, Fenchelsamen und Bockshornkleesamen in einer Pfanne bei mittlerer Hitze ohne Fett einige Minuten rösten. Wenn sie aromatisch duften beiseite stellen.

2. Die gerösteten Gewürze mit einem Mörser zerstoßen oder in der Küchenmaschine zu feinem Pulver malen.

2. Den Knoblauch und Ingwer schälen mit den restlichen Zutaten zu einer glatten Paste verarbeiten. 


Die Zutaten für das Currygericht:

2 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
1 daumengroßes Stück frischer Ingwer
1-2 frische rote Chilischoten (evtl. die Samen entfernen)
1 kleines Bund frisches Koriandergrün
4 reife Tomaten
Erdnussöl
1 Stück Butter

800g gewürfeltes Schweinefleisch (Bio-Qualität)
Meersalz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
6 EL Balsamico-Essig
1 EL flüssiger Honig

200 Naturjoghurt
1 Zitrone, in Spalten geschnitten


Zubereitung:

1. Die Zwiebel schälen, längs halbieren und in feine Halbringe schneiden. Knoblauch und Ingwer schälen und in feine Scheiben schneiden. Den Chili in Ringe schneiden. Die Korianderblätter abzupfen und beiseite stellen, die Stiele fein hacken. Die Tomaten vierteln.

2. In einem Topf bei mittlerer Hitze einen Schuss Erdnussöl zusammen mit der Butter erhitzen. Die Zwiebeln mit dem Knoblauch und den Chilischoten und den Korianderstielen in 10 Minuten weich und goldbraun schwitzen. 

3. Das Fleisch und die Currypaste zufügen und rühren bis alle Zutaten gleichmäßig von der Paste überzogen sind. Vorsichtig Salzen und Pfeffern. Die Tomaten mit dem Essig und Honig zugeben und so viel Wasser angießen, dass alles beeckt ist (ca. 400ml).

4. Nochmals durchmischen, dann aufkochen und anschließend im verschlossenen Topf auf kleinerer Stufe 45 Minuten köcheln lassen. Dabei unbedingt darauf achten, dass das Curry nicht austrocknet. Bei Bedarf weiteres Wasser zugießen. Wenn das Fleisch durchgegart und ganz weiß ist, behutsam mit Salz und Pfeffer abschmecken.

5. Das Curry mit einem Klecks Joghurt anrichten mit den Korianderblätter bestreuen und mit Zitronenspalten genießen. Dazu den nach Packungsanleitung gekochten Reis servieren.

Namaste und lasst es euch schmecken!

Mareike ♥