21.02.16

Türkischer Joghurtkuchen mit Sahnehäubchen und Zitronen-Orangensirup





Ich hatte es euch ja versprochen. Es wird ein weiteres türkisches Rezept geben und da die beiden letzten herzhafter Natur waren, wird heute gebacken. Ich freue so darauf. Man kann es vergleichen mit einem kleinen Kind an seinem Geburtstag, das gespannt darauf wartet, die Geschenke auspacken zu dürfen. Ich bin so gespannt, wie es euch gefällt. 

Dieser Kuchen ist super leicht zu zubereiten, die meisten Zutaten hat man in seinem Vorratsschrank. Aus Eiern, Puderzucker, Mehl, Zitronenschale und Joghurt lässt sich dieser super saftige und luftige kleine Kuchen zaubern. Das besondere Etwas bekommt er durch ein Sahnehäubchen und einen Zitronen-Orangensirup. Damit wird er sozusagen auf Wolke 7 gehoben. 






Wenn man an die typischen türkischen Dessert denkt, dann ist das traditionelle Baklava mit Sicherheit ganz oben zu finden. Jedoch ist der europäische Einfluss auch deutlich zu spüren. Der klassische Brandteig bildet dies Basis vieler frittierter Spezialitäten. Auch Milchdessert sind in der türkischen süßen Küche zu finden. Egal ob ein Mandeldessert, Reispudding, Schokoladencreme, geliebt wird was süß und cremig ist.

Die meisten Kuchen werden mit Joghurt und Zitrusfrüchten zubereitet. Somit bildet meine Variante auch keine Ausnahme. Im Ursprungsrezept wird er in einer 22 runden Backform gebacken, da ich mein Exemplar allerdings gerne etwas höher hätte habe ich meine geliebte 18 cm Backform hervorgeholt. Je größer die Backform desto flacher wird also diese kleine Köstlichkeit. Dem  einmaligen Geschmack macht es jedoch keinen Abbruch.

Etwas schwieriger ist es jedoch, den goldbraunen Joghurtkuchen aus der Form zu bekommen. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Daher empfehle ich jedem die Backform mit Backpapier auszulegen und auch den Rand damit auszukleiden, da der Kuchen im Ofen förmlich in den Himmel wächst. Und wie immer ist gutes Einfetten das A und O. 





Natürlich würde mich auch interessieren, welche türkischen Desserrezepte ihr kennt. Gibt es auch eine Süßspeise, die euch verzaubert hat?

Für dieses kleine Prachtexemplar (6-8 Stück) braucht ihr folgende Zutaten:


Butter zum Einfetten
4 große Eier oder 5 mittlere
120 g Puderzucker
3 EL Mehl
400 g Naturjoghurt (mind. 10% Fett)
fein abgerieben Schale einer Bio-Zitrone
200 ml Sahne

Für den Sirup:
150 ml Wasser
250 g Zucker
Saft einer Bio-Zitrone
fein abgerieben Schale einer Bio-Orange


Die Zubereitung:

1. Den Backofen auf 180 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Eine Springform (22 cm Ø oder auch kleiner bis 18 cm Ø) mit Backpapier auslegen und auch den Rand damit auskleiden , damit dieser höher wird und der Kuchen kräftig wachsen kann und natürlich gut einfetten. 

2. Die Eier trennen und das Eigelb mit dem Puderzucker mit der Küchenmaschine aufschlagen, bis eine dicke und hellgelbe Masse entsteht. Das Mehl zugeben und gut unterrühren. Dann auch den Joghurt und der Zitronenabrieb zugeben und alles gründlich vermengen. 

3. Das Eiweiß mit etwas Salz steif schlagen und unter die Joghurtmischung heben. Den Teig in die Kuchnform geben und etwa 1 Stunde im Backofen backen, bis der Teig goldbraun ist.

4. Währenddessen für den Sirup Wasser, Zucker, Zitronensaft und der Abrieb der Orange 5 Minuten kochen. Abkühlen lassen und dann in den Kühlschrank stellen. Darauf achten, dass das Sirup damit "nicht verbrennt". Lieber die Hitze etwas reduzieren und nicht die volle Zeit kochen lassen, sollte sich die Farbe des Sirups zu schnell verdunkeln. 

5. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und etwas in der Form abkühlen lassen. Den Joghurtkuchen aus der Form lösen und das Backpapier sehr vorsichtig ablösen. Eventuell mit einem Messer nachhelfen. 

6. Die Sahne steif schlagen und auf dem Kuchen verteilen. Wer möchte, kann das ganze für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen, damit die Sahne schön fest wird. Ich esse den Kuchen gerne lauwarm. Abschließend der Sirup über der Sahne verteilen und den Rest dazu servieren. 

Mit nur einem Stück dieses Törtchens schwebt ihr im Kuchenhimmel!

Den zuckersüßesten Sonntag.

Mareike ♥

10.02.16

Mein Traum in schwarz-orange, Schokoladentarte mit Blutorangencurd und kandierten Orangenscheiben





Schon lange schwirrt es mir im Kopf herum, eine dunkle Sünde, ein Traum aus Schokolade, eine Tarte, die die Sucht nach Schokolade stillt und jetzt habe ich es getan. Passend zum neuen Let’s cook together Thema habe ich eine Schokotarte gezaubert, die einem den Atem raubt, vorausgesetzt, man ist genauso schokoladenverrückt wie ich und könnte in Schokolade sozusagen baden. 

Die Tarte besteht aus einer Art dunklem Mürbeteig, der durch einen ordentlichen Löffel Kakaopulver, diese schöne dunkle Farbe bekommt. Er wird blind gebacken und dient sozusagen als weiches Bett für zwei unglaublich leckeren Schichten aus Frucht und Schokolade. Denn was man auf den ersten Blick nicht sieht, die Tarte verbirgt eine Fruchtcreme, die hervorragend zur dunklen Schokolade passt. Die Creme ist der perfekte süß-säuerliche Kontrast zur dunklen herben Sünde.  Die Creme besteht aus dem frisch gepressten Saft der Blutorangen und wird zusammen mit Butter und Eiern zu einem sogenannten Curd gerührt. Dieser Curd passt auch hervorragend auf Briochebrötchen, Croissants oder auch zu Pancakes. Unglaublich vielseitig und gehört somit eindeutig auf jeden Frühstückstisch.




Den perfekten Schluss bildet dann eine Ganache aus Zartbitterschokolade, Sahne und einem Hauch Vanille. Die Ganache ist der Alleskönner in der süßen Küche. Egal ob als Glasur auf Kuchen und Torten, zum Füllen von Gebäck und Süßigkeiten, als Topping für Cupcakes oder als Grundlage für Fondant, sie ist einfach perfekt einsetz- und dosierbar. Die Cremigkeit kann durch die Hinzugabe von Butter oder Sahne gesteuert werden. 

Für meine Tarte habe ich eine sogenannte  „Pariser Creme“ verwendet. Eine weiche Variante der Ganache, die im Verhältnis 1:1 hergestellt wird.

Wer jetzt auch Lust bekommen hat auf diese kleine Sünde, der sollte direkt den Vorratsraum auf folgende Zutaten prüfen:

Zutaten für den Boden:

120 g Mehl
15 g Kakaopulver
50 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei

1. Alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig kneten, die Butter muss dabei sehr kalt sein. Sollte der Teig zu stark kleben, einfach nochmals etwas Mehl einarbeiten. 
Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 1 Stunde ruhen lassen.

2. Den Teig mit etwas Mehl viereckig auf die gewünschte Form ausrollen und in die gefettete Form legen. Den Teig schön andrücken und mehrmals mit einer Gabel einstechen. Mit Backpapier auslegen und Hülsenfrüchte zum Beschweren reinlegen. Den Boden 10 Minuten blind backen, bei 180 Grad Ober- Unterhitze. Dann die Hülsenfrüchte und das Backpapier entfernen und weitere 10 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.





Zutaten für den Blutorangencurd:

150 ml frisch gepresster Blutorgangensaft
1 EL Zitronensaft
1 EL Speisestärke
75 g Butter
1 Ei
1 Eigelb

Curd selbst herzustellen ist wirklich einfach. Eine Grundregel muss dabei allerdings beachtet werden: Die Creme dard zu keiner Zeit zu kochen beginnen, denn dann gerinnt die Creme oder wird klumpig, da das Ei zu stocken beginnt.

1. Den Saft mit dem Zucker in einen Topf geben und verrühren. Die Speisestärke ebenfalls einrühren. Den Blutorgangen-Zucker-Saft erhitzen. Dabei löffelweise die Butter unterrühren. Dabei darf es nicht kochen. Solange verrühren bis alle Butter geschmolzen ist. Die Masse 1 Minute bei Seite stellen, etwas abkühlen und ziehen lassen.

2. Die Eier aufschlagen. Langsam die Eier unter die leicht abgekühlte Masse rühren. Anschließend das Ganze wieder auf den Herd stellen. Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen alles aufschlagen, bis eine dickflüssige Creme entstanden ist Dann ist der Curd fertig. Entweder in sauber Twist-Off Gläschen füllen oder weiterverwenden.


Zutaten für die Ganache:

150 g Zartbitterschokolade
150 ml Sahne
eine Messerspitze Vanillemark

1. Die Zartbitterschokolade in Stücke schneiden und zusammen mit der Sahne auf einem Wasserbad erhitzen, bis alles geschmolzen ist. Die Messerspitze Vanillemark dazugeben und alles kräftig verrühren bis eine geschmeidige Ganache entstanden ist.

2. Mindestens 1 Stunde abkühlen lassen, damit die Ganache eine festere Konsistenz annehmen und somit weiterverarbeitet werden kann.


Zutaten für die kandierten Blutorangenscheiben:

150 ml Wasser
50 ml frisch gepresster Blutorangensaft
90 g Zucker
1 Blutorangen

1. Die Orange in dünne Scheiben schneiden. Das Wasser mit dem frisch gepressten Saft und der Hälfte des Zucker (45g)  und den Orangenscheiben in einem Topf erhitzen und ca. 20 Minuten ohne Deckel köcheln lassen. 

2. Anschließend den restlichen Zucker dazu geben und weiter 10 Minuten zu einem Sirup einkochen lassen. Die Scheiben auf einem Gitter abkühlen lassen. Wenn man sie 2 Tage trocknen lässt, sind sie komplett hart und können verpackt werden. Hier reicht es auch, die Scheiben über Nacht zu trocknen, dann sind sie noch weich um geschnitten zu werden.




Jetzt wird die Tarte zusammen gesetzt.

1. Der Tarteboden kann mit dem frisch gekochten Curd direkt befüllt werden. Anschließend sollte diese ca. 1/2 Stunde abkühlen, damit sie fest werden kann und beim Befüllen mit der Ganache nicht verläuft. 

2. Die Ganache vorsichtig auf den Curd geben und die Tarte damit komplett befüllen. Die Ganache über Nacht erkalten lassen oder für 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, dann ist sie perfekt und die Tarte kann schön aufgeschnitten werden.

3. Vor dem Servieren die kandierten Orangenscheiben auf der Tarte verteilen.

Hinweis:
Solltet ihr Ganache übrig haben, einfach in ein sauberes Glas füllen und in den Kühlschrank stellen. Die Ganache schmeckt auch super zu Eis, Waffeln oder Pancakes. Dazu die Schokocreme einfach etwas erhitzen, damit sie wieder flüssig wird. 



Den allerbesten schokoladigsten Mittwoch wünsche ich Euch!

Mareike ♥