27.09.15

Weißwurstsalat mit frischen Brezelbites



Es ist Oktoberfestzeit oder auch auf bayrisch O'zaft is!

Der Oktoberfesthype wird von Jahr zu Jahr größer. Gefühlt wird im ganzen Süden jedes Wochenende in jedem noch so kleinen Ort ein Oktoberfest gefeiert. Dabei wird das Dirndl oder die Lederhose wieder aus dem Schrank gezerrt, Flechtfrisuren gezaubert, Unmengen an Bier getrunken, natürlich zünftig gegessen und gefeiert. 
Ich persönlich mag die Trachtgenzeit und besitze auch selbst ein hübsches Dirndl, das ich ab und an ausführe. Die feschen Dirndl zaubern jeder Frau eine tolle Figur, es ist etwas Traditionelles das zelebriert und gefeiert wird. Man trifft sich mit Freunden, tanzt zu Volksmusiklieder, die man sich unterm Jahr niemals freiwillig anhören würde und feiert mit hunderten Oktoberfestwütigen. Natürlich steht nicht bei jedem die Tradition im Vordergrund, eher sich maßlos zu betrinken und tagelang durch zu feiern. Aber so ist das eben.




Somit sind nicht für jeder Mann die überfüllten Festzelte ein Highlight im Jahr. Damit man sich aber auch ein bisschen Oktoberfeststimmung zu Hause zaubern kann, habe ich eines meiner Lieblingsrezepte für diese Zeit mitgebracht. Die Weißwurst wird in Bayern ja traditionell zum Frühschoppens gegessen und kommt nach 12.00 Uhr nicht mehr auf den Tisch. So streng nehme ich es bei meinem Rezept nicht. Jedoch spielen bei mir die traditionellen Begleiter, wie süßer Senf und Brezeln eine große Rolle.


Für 2 Personen benötigt ihr:

4 Weißwürste
4 Radieschen
5 Essiggurken
1 kleine rote Zwiebel
1/2 Bund Schnittlauch

2 gehäufte TL süßer Senf
4 EL Rapsöl3 EL Weißweinessig
Salz und Pfeffer

3-4 tiefgekühlte Laugenstangen
Sesam-, Kürbis-, Sonnenblumenkern zum Bestreuen


1. Die Weißwürste ca. 10 Minuten im Wasser sieden lassen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Die Haut leicht einritzen, abziehen und in Scheiben schneiden.

2. Radieschen waschen und zusammen mit den Essiggurken in Scheiben schneiden. Die Zwiebel in feine Ringe schneiden. Den Schnittlauch waschen, trockentupfen und ebenfalls in feine Ringe schneiden.

3. Für das Dressing den Senf mit dem Öl und dem Essig verrühren, sodass eine homogene Salatcreme entsteht. Anschließend mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Den Schnittlauchringe hinzugeben und nochmals verrühren.

4. Die Weißwürste zusammen mit den Gurken, den Radieschen und den Zwiebelringen in eine Schüssel geben und das Dressing unterheben. Alles zusammen kurz stehen lassen damit das Dressing gut durchziehen kann.

Für die Brezelbites die Laugenstangen ca. 10 Minuten auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech auftauen lassen. Anschließend jede Stange in 4-5 gleichgroße Stücke schneiden und nebeneinander auf das Belch legen. Die Bites je nach Vorlieben mit Kernen bestreuen und leicht andrücken. Die Brezelbites im vorgeheizten Ofen bei 220 Grad ca. 15 Minuten goldbraun backen.




Ich liebe ja die traditionellen Gerichte und Rezepte und fühle mich im Herbst damit auch so richtig wohl. Eintöpfe, Suppen, Braten und Co. lösen bei mir ein Heimatgefühl aus. Aber auch die typischen Obstsorten wie Apfel, Birne, Zwetschge oder auch Nüsse werden oft verbacken und verkocht. Es könnte also sein, dass das ein oder andere traditionelle Rezept demnächst noch folgen wird. Meine To-Do-Liste ist noch lang :-)

In diesem Sinne, wünsche ich euch ein großartigen, sonnigen Herbstsonntag!

Mareike ♥

24.09.15

Quitten-Baiser-Auflauf



Meine 1. Blogparade, Yeahhhh!!! Ich freue mich riesig dabei sein zu dürfen beim Herbstevent, das von der lieben Frauke von ekule le ins Leben gerufen wurde. Sieben wundervolle Bloggermädels stellen jeden Tag ein neues Rezept zum Thema So schmeckt der Herbst" vor. Ich finde wir machen uns ganz großartig auf dem Banner. Wir sind eine tolle Mischung aus Foodbloggern von Healthyfood über Vegane oder Vegikost bis hin zu den ich backe/koche alles was glücklich macht".

Begonnen haben wir am Montag mit webundwelt. Das Rezept für Offenkartoffeln mit Pfifferlingen war der perfekte Start für die Herbstblogreihe. Und damit ihr wisst, welche Leckereien noch auf dem Plan stehen, hier die Wochenübersicht:

Montag:
webundwelt, Ofenkartoffeln mit Pilzen

Dienstag:
ekulele, vegane Hirsebratlinge mit Apfel und Karotte

MIttwoch:
scones & berries, grüner Salat mit paniertem Ziegenkäse, Birnenchutney und Hokkaidokürbis aus dem Ofen

Donnerstag: Petit Gateau (also ich )

Freitag:
Justine kept calm and went vegan, v
egane Zwetschgen-Schokoladen Tarte: 0% Gluten, Weizen, Zucker
 
Samstag: Heavenlynn Healthy, Pumpkin Pie Squares

Sonntag:
dreieckchen, Flammkuchen-Variationen dreimal anders

 
Ich wollte euch ein ganz spezielles Rezept zeigen und euch dabei ein Früchtchen vorstellen, dass fast in Vergessenheit geraten ist. Meiner Meinung nach ganz zu unrecht. Kennen und lieben gelernt habe ich die Frucht im gelben Kleid als Kind. Meine Oma hat jedes Jahr leckeres Quittengelee gekocht. Dabei musste diese harten Früchte erst einmal entsteint und entsaftet werden. Ein Kraftakt, denn die Quitte ist nicht sehr kooperativ, macht braucht sehr viel Geduld bis der Saft endlich zu fließen beginnt. Die Früchte wurden zuerst verkocht und dann durch ein Tuch gedrückt. Heute geht die Arbeit mit den Entsaftern viel schneller von der Hand, sodass das Geleekochen bei mir auch noch auf dem Plan steht.



Die Quitte sieht aus, wie eine Mischung aus Apfel und Birne, die etwas knubbelig daherkommt. Bei uns findet man dieses Obst nur noch selten und auch ich musste zu meinem Hofladen des Vertrauens gehen, um an die bitter-süße Köstlichkeit zu gelangen.

Das Dessert lässt sich super vorbereiten und für feierliche Anlässe zaubert man eine tolle, süße Leckerei auf den Tisch, das so bestimmt noch nicht viele gegessen haben.

Das Rezept habe ich im neusten Heft von Landgenuss gefunden. Es reicht für 8 kleine ofenfeste Förmchen oder für eine große Auflaufform (Familiengröße sozusagen). Ich habe damit meine Vermieter und meine gesamte Familie glücklich gemacht.

Die Zutaten:

600 g Quitten
500 ml Apfelsaft

½ TL Zimt
3 Eier
90 g Zucker
1 Prise Salz
200 ml Sahne
50 g Weichweizengrieß

1. Die Quitten schälen, entkernen und in ca. 2cm große Stücke schneiden. Den Apfelsaft in einem Topf zusammen mit dem Zimt aufkochen und die Quitten darin ca. 10 Min. köcheln lassen.

2. Die Quitten in ein Sieb abgießen und den Saft dabei auffangen. Das Quittenmus ein wenig abkühlen lassen. Den Saft zurück in den Topf geben, aufkochen lassen und den Grieß langsam einrieseln lassen. Den Topf vom Herd nehmen und 5 Minuten quellen lassen. Dabei immer mal wieder umrühren.

3. In der Zwischenzeit die Eier trennen und das Eigelb mit der Sahne zusammen verrühren. Die Ei-Sahnemischung zusammen mit dem Quittenmus nach und nach zum Grieß geben und verrühren.

4. Den Ofen auf 200 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Das Eiweiß steif schlagen und dabei langsam den Zucker zugeben. Den Eischnee so lange schlagen, bis sich der Zucker gelöst hat.

5. Das Quitten-Grießmus in eine ofenfeste Form geben und ungleichmäßig mit dem Eischnee bestreichen. Der Auflauf muss für ca. 10 Minuten (je nach gewünschter Bräune) in den Ofen. Leicht abkühlen lassen und servieren.

Wir haben nun Blogparade-Halbzeit und es sind schon so schöne Rezepte zusammen gekommen. Es bleibt also spannend.

Alles Liebe
Mareike ♥


17.09.15

Sizilien - eine Insel mit 1.000 Facetten





Unser Sommerurlaub führte uns dieses Jahr nach Italien, genauer gesagt nach Sizilien und Apulien. Wir haben uns vorgenommen, 15 Tage mit dem Auto zuerst die hügelige Landschaft Siziliens zu erkunden und dann über die Meerstraße bei Messina auf das Festland überzusetzen und durch Kalabrien hindurch nach Apulien weiter zu fahren, um dort die restlichen Urlaubstage an tollem Sandstrand zu verbringen und durch die schönen, durch den Barock geprägten Städte, zu flanieren.

Der 1. Teil meines Urlaubsberichts ist Sizilien gewidmet, im 2. Teil folgt dann Apulien.
Ich möchte euch mit diesem Bericht mit auf die Reise nehmen, euch die unterschiedlichsten kulinarischen Genüsse Siziliens näher bringen, die bezaubernde Landschaft zeigen und euch entführen in die pulsierende Stadt Palermo und in das kleine Touristenstädtchen Taormina, das uns wirklich verzaubert hat.

Unser Tag in Sizilien startet um 09.00 Uhr morgens auf dem Airport in Trapani mit einem Wolkenbruch. Ja, ich konnte es kaum glauben, aber als wir uns mit unserem Mietwagen in Richtung Palermo aufgemacht haben, fing es an zu schütten. Ich saß hinter dem Steuer unseres Fiat Panda und konnte vor lauer Regen die Straße nicht mehr sehen. Unsere Freunde konnte nur schmunzeln, als wir in Palermo ankamen, denn seit ca. 20 Jahren hatte es im August in Sizilien nicht geregnet.





Die ersten zwei Tage haben wir uns Palermo angesehen. Eine 700.000 Einwohnerstadt die nicht schläft, sie ist pulsierend, geprägt von einem alten Stadtkern mit unglaublich vielen wunderschönen Kirchen und Gebäuden. Es wimmelt von Mofas und Autos. Es ist wirklich kurios, wenn man zeitlich von einem Auto rechts und von einem links überholt wird und dabei noch mehrere Roller oder Mofas sich dicht an dicht zwischen den Autos durchschlängeln. Für mich ein Horror, für meinen Freund ein echtes Highlight, das ihn an seine Heimatstadt Adana erinnerte. Es dauerte nicht lange, da hat er sich der Fahrkultur angepasst und die Hupe wurde öfters gebraucht als der Blinker.
Mein Tip bei einem Besuch in Palermo: Lasst euch treiben vom wilden Getümmel, taucht ein in den alten Stadtkern und genießt die Stadt auch mal bei Nacht.


1. Besucht die Focacceria San Francesco. Seit 1834 gibt es hier typische sizilianische Gerichte. Unter anderem Milzbrötchen mit Ricottakäse. Wer traut sich? Ich haben mich getraut. Das war sozusagen mein 1. kulinarisches Highlight.

2. Die Kathedrale Maria Santissima Assunta in Palermo. Sie ist im typischen normannisch-arabischen Stil errichtet .

3. Die Katakomben des Kapuzinerkloster. Hier wurden seit dem 16. Jahrhundert Mönche und später auch die Oberschicht bestattet. Ein schaurig faszinierendes Erlebnis.

4. Der Stadtteil Mondello war ursprünglich ein Fischerort und gehört jetzt zum gehobenen Stadtteil Palermos.

5. Mein kulinarisches Highlight: Briochebrötchen gefüllt mit cremigem Eis und Sahne. Das müsst ihr probieren. Das gibt es an jeder Eisdiele.

In den nächsten Tage standen zwei weitere Punkte auf unserer Urlaubsliste. Einen Besuch des Küstenstädtchen Cefalú und einen Tagesausflug zum Riserva Naturale de Zingaro.

Cefalú ist ein zuckersüßes Städtchen an der Nordküste von Sizilien und gehört noch zur Provinz Palermo. Es ist ein beliebtes Ziel von Touristen und die kleinen engen Sträßchen in der Stadtmitte sind gerade in der Ferienzeit voll. Das tut dem Flair der Stadt aber keinen Abbruch. Wir haben mit Hilfe eines Reiseführers einen kleinen Stadtrundgang gemacht und sind somit an allen historischen Gebäuden und Kirchen vorbeigekommen. Da die Araber dieses Städtchen ebenfalls besiedelten, gibt es ein kleines Waschhaus, ein architektonisches Highlight mitten in der Altstadt, das bis vor wenigen Jahrzehnten noch von Frauen genutzt wurde. Absolut sehenswert ist auch der Nommannendom, dessen Kirchturm die Stadt überragt. Wir haben das Städtchen bei Sonnenuntergang besucht, der Blick auf das Meer und die untergehende Sonne waren einfach traumhaft.
Am Abend kann man wunderschön in den zahlreichen Bars oder Cafés ein Gläschen Wein trinken und den Tag ausklingen lassen.






Der Tagesausflug zum Riserva Naturale gestaltet sich etwas komplizierter als zuerst angekommen. Das Naturreservat kann man über zwei unterschiedliche Eingänge betreten. Wir haben uns entschieden den näher liegenden Eingang bei Scopello zu nutzen. Es ist nicht ganz so einfach den Eingang auf Anhieb zu finden. Mein Rat, folgt den Straßenschildern, denn der Eingang befindet sich nicht direkt in Scopello sondern etwas außerhalb. Das Naturschutzgebiet ist gespickt mit zahlreichen traumhaft schönen Badebuchten, die man bei der Tour durch die bergige Landschaft erreichen kann. Das Meer schimmert hier in den unterschiedlichsten Blautönen.

Wir haben uns ein kleines Picknick zusammengepackt und sind früh morgens losgefahren. Als wir allerdings nach einer kleineren Odyssee ankamen, war der Parkplatz bereits pickepacke voll. Da hatten wir schon die erste Vorahnung. An der ersten Bucht angekommen, traf uns fast der Schlag. Die komplette Badebucht, die im Reiseführer so malerisch beschrieben war, war komplett von oben bis unten voll mit Touristen. Die Schirme reiten sich in 5er Reihen am kleinen Strandabschnitt. An den steilen, felsigen Klippen rechts und links lagen die Touristen ebenfalls wie Heringe. Ich wusste bis dahin nicht, dass man auf Felsen tatsächlich liegen konnte. Tja wir haben es auch getan.






Für unseren Ausflug hatten wir leider nicht gerade den besten Tag ausgewählt, von der Jahreszeit mal ganz abgesehen. Es war das Wochenende vom 15. August, Maria Himmelfahrt. Das ist der Zeitpunkt, ab dem sich gefühlt alle Italiener in den Sommerurlaub stürzen. Somit ist unser geplantes gemütliches Picknick in der Badebucht des Naturreservates im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Mein Tip: Mietet euch ein kleines Boot am anderen Eingang des Reservates bei San Vito Lo Capo. Mit diesem kann man jede Bucht anfahren, wunderschöne Fotos von der Natur direkt vom Meer aus machen und selbstverständlich auch ausgiebig baden.

Nach diesem Ausflug waren die Tage in Palermo gezählt. Wir haben das Wochenende zusammen mit unseren Freunden und deren Familie verbracht und einmal auch so richtig schön gegrillt, auf sizilianische Art. Das heißt jede Menge Fleisch und Fleisch und nochmals Fleisch, dazu jede Menge Brot und frische Oliven von der eigenen kleinen Olivenplantage. Einfach köstlich. Ich hätte mich ja nur von Oliven, Käse und Brot ernähren können. So gute Oliven habe ich bisher noch nicht gegessen.

Bei dieser Grillsaison hab ich dann auch meinen 2. kulinarischen Exkurs gewagt. Das hat mich tatsächlich noch mehr Überwindung gekostet als das Milzbrötchen. Ich dachte ja nicht, dass das noch geht. Jetzt haltet euch fest: Eine Spezialität in Sizilien ist aufgewickelter Darm. Ja ihr habt richtig gehört, der Darm wird um Frühlingszwiebeln und Petersilie gewickelt und scharf auf dem Feuer gegrillt. Das Ganze wird dann in "mundgerechte" Häppchen geschnitten und mit Zitrone beträufelt, bevor es wie ein kleiner Snack gegessen wird. Von außen sieht es eigentlich ganz harmlos aus, aber die Konsistenz und der doch muffige Geschmack, der selbst die Zitrone nicht völlig überdecken kann, war schon sehr speziell. Für Sizilianer ist das ganz normal, sogar die Kinder essen es, aber für mich war das eine Nummer zu viel. Ich habe es probiert, ja, aber mehr auch nicht. Ein Fan von diesem Snack bin ich definitiv nicht geworden.



Nach 5 Tagen sind wir in Richtung Süden gefahren und haben dabei einen kleinen Abstecher über Corleone gemacht. Ich habe nämlich einen unglaublichen "Der Pate"-Fan an meiner Seite, der nicht aus Sizilien ausgereist wäre, ohne ein Foto der bekannten Kirche und eines mit dem Stadtnamen zu machen. Dieser Umweg führte uns mitten durch das Hinterland von Sizilien. Es war ein unglaubliches Erlebnis, geprägt von kilometerlangen Olivenheinen, hoch aufragende Gebiergsspitzen, einsamen Bergdörfer und Straßen, die mehr Schlaglöcher hatten, als ein Schweizer Käse Löcher.

Im Süden Italiens haben wir 2 Strandtage eingelegt zum Relaxen und Entspannen. Denn die Reise ging bald weiter und das hieß einmal komplett durch Sizilien durchfahren nach Taormina, dem wohl bekanntesten und schönsten Städtchens Siziliens am Fuße des Ätnas. Die Fahrt dauerte 7 Stunden, denn wir sind 3/4 der Strecke nur Landstraße gefahren. Dieses Erlebnis werde ich so schnell nicht vergessen. Einige Momente lang dachte ich wir werden niemals ankommen, hätten uns vollkommen verfahren, aber das Navi hat uns so gut wie nie im Stich gelassen. In Taormina haben wir ein Hotelzimmer für eine Nacht reserviert und einfach nur den Tag in der Stadt genossen.





Das Hotel war mitten in der Stadt gelegen und mit der Dachterrasse hatten wir einen traumhaften Blick auf die Stadt, die Bucht, den Hafen und den Ätna. Wir haben das Theater besichtigt, sind durch zahlreiche Gässchen mit Souvenirläden geschlendert, haben Pizza in einem tollen Restaurant gegessen, leckeren Wein getrunken und den Abend auf der Dachterrasse bei einem Espresso ausklingen lassen. Taormina ist eines meiner Highlights der Sizilienrundreise. Hoch oben auf dem Berg strahlt das Städtchen eine Magie aus, die einem sofort verzaubert und die kleinen Restaurants, die abends im Kerzenlicht erstrahlen, machen die Stadt zu einem romantischen Erlebnis.




Wir sind an diesem Abend relativ früh ins Bett gegangen, denn der nächste Tag hatte es nochmals in sich. Der 2. Teil unseres Urlaubs stand bevor. Die letzten 7 Tage werden wir in Apulien verbringen. Das heißt für uns, mit der Fähre in Messina auf das Festland übersetzen, Kalabrien durchfahren bis hin zur Absatzspitze nach Apulien.
Was wir dort noch so erlebten, welche Ausflüge wir unternahmen und natürlich meine Reisetipps für Lecce und den Salento schreibe ich in meinem 2. Teil.

Alles Liebe
Mareike ♥
 

10.09.15

One Pot Pasta mit Radiccio, Chorizo und Walnüssen





One Pot Dinner! Das ist das Thema der lets cook together-Reihe in diesem Monat. Puhhh, ich muss ehrlich sagen, dieses Thema stellt mich vor einer ganz schön großen Herausforderung.

Ein Gericht in nur einem Topf zu kochen, ohne zuvor Zwiebeln und Knoblauch anzubraten, Gewürze zu rösten oder auch Soße einzukochen ist für mich nicht alltäglich, besser gesagt komplettes Neuland. Beim Kochen stehen bei mir mindestens 2 Töpfe oder zusätzlich noch eine Pfanne auf dem Herd. Ich liebe es mit dem Kochlöffel immer wieder die Soße abzuschmecken, ich mag den Geruch der beim Rösten in die Nase steigt, das Anbraten von Fleisch oder Gemüse, um dann am Ende alles zusammenzubringen, die Pasta in die Soße zu geben, mit frischen Gewürzen das ganze nochmals aufzupeppen und schon einmal vorab ein paar Gäbelchen zu naschen.




Und jetzt soll das Ganze in einem Topf passieren? Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das wirklich gelingen kann und auch noch gut schmecken soll. Naja ich lass mich ja immer gerne eines Besseren belehren und so habe ich mich auf die Suche begeben, nach einem Rezept, dass mir ein bisschen die Scheu vor diesem Thema nehmen soll. So richtig fündig geworden bin ich allerdings nicht und so habe ich kurzerhand entschlossen, ein eigenes Rezept zu kreieren mit Zutaten, die meiner Meinung nach von der Garzeit gut zusammen passen, die nicht verkochen können und auch ohne Anbraten das volle Aroma verbreiten.

Bei der Zusammenstellung des Rezeptes hab ich mich auch noch ein wenig von unserem Sizilien-Urlaub inspirieren lassen. Dort haben wir beim Metzger frische Salsiccia gekauft und sogar roh zum Verkosten bekommen, ein Traum sag ich euch. Ich mag ja den Geschmack von Fenchel sehr gerne. Leider habe ich am Wochenende keine frische Salsiccia beim Metzger bekommen, also habe ich kurzerhand das Rezept abgewandelt. Jetzt kommt einfach Chorizo in die Pasta und Fenchelsamen. Selbstverständlich könnt ihr den auch weglassen, wenn ihr nicht unbedingt so darauf abfährt wie ich.





Der Radiccio gibt dem ganzen nochmals einen herben leicht bitteren Geschmack, der sehr gut zu der würzigen Wurst und den getrockneten Tomaten passt. Getoppt habe ich das Pastagericht mit Walnüssen. Da muss ich gestehen, habe ich etwas geschummelt. Denn die Walnüsse habe ich vorher angeröstet und erst am Schluss dazugegeben.


Und hier das Rezept.

Die Zutaten für 2 Personen

250 g Pasta
4 getrocknete Tomaten in Öl
1/2 EL Fenchelsamen
2-3 kleine Chorizo-Würste
1/2 kleine Radiccio-Knolle
1 Knoblauchzehe
1 Hand voll Walnüsse
50 g Parmesan
3 El Olivenöl
550 ml Wasser
Salz und Pfeffer

1. Die Chorizo in Scheiben schneiden. Die getrockneten Tomaten abtropfen lassen und in nicht all zu kleine Stücke schneiden. Die äußeren Blätter des Radiccio entfernen, den Strunk herausschneiden und in grobe Steifen schneiden. Den Knoblauch putzen und klein schneiden. Den Fenchelsamen leicht andrücken (am Besten mit einem Mörser).

2. Alles zusammen bis auf die Walnüsse mit der Pasta in einen Topf geben und mit 500 ml Wasser und dem Olivenöl aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Alles kurz aufkochen lassen und weitere ca. 10 Minuten leicht köcheln lassen. Dabei immer wieder umrühren. (Solltet ihr Pasta verwenden mit geringerer Garzeit, dann auch die Pasta kürzer kochen lassen, bei längerer Gatzeit natürlich etwas länger).

3. In der Zwischenzeit die Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne kurz anrösten. Sobald die Pasta all dente ist mit den Walnüssen garnieren und genießen.

Letztendlich muss ich sagen, das One Pot Dinner hat mich nicht gerade bekehrt, aber eine gute Alternative ist das Gericht allemal, wenn man nicht unbedingt Bock auf Abspülen hat oder die Zeit für eine längere Kochsession einfach zu knapp ist.

Ich denke, jeder sollte es einmal selbst ausprobieren und für sich entscheiden, ob der dem Trend folgenden möchte oder nicht. Ich werde das Rezept für mich bestimmt nochmals kochen, dann auch mal mit Salsiccia. 

Alles liebe
Mareike ♥

05.09.15

Zimtschnecken mit Zwetschgenfüllung




Der Herbst steht vor der Tür und mit ihm, eine unglaubliche Vielfalt an herbstlichem Gemüse und Obst. Angefangen von leuchtend orangenen Kürbissen, edlen Pfifferlingen, vitaminreicher Spinat über sonnengelben Quitten, süßen Birnen, Zwetschgen und Weintrauben. Ein Paradies für Foodblogger. Jede Jahreszeit hat seinen ganz eigenen Charme und auf jede freue ich mich jedes Jahr aufs Neue. Im Herbst beginnt für mich die Zeit, in der ich wieder mehr und länger in der Küche stehe. Die Rezepte werden etwas aufwendiger, es wird eingekocht und eingemacht, Braten werden geschmort, leckere Knödel oder selbstgemachte Spätzle kommen auf den Tisch und natürlich werden auch leckere Kuchen gebacken. Unsere Äpfel- und Birnenbäume tragen wieder eine große Pracht an Früchten, da kann man einfach nicht widerstehen. 



In den kommenden Herbstmonaten werde ich einige der oben genannten Leckereien in neue Rezepte verpacken, herzhaft und süß. Seit gespannt. Welche Rezepte kommen denn bei euch in den ersten Herbsttagen auf den Tisch?

Der Anfang macht bei mir die Zwetschge. Selbstgemachte Marmelade aus Zwetschgen habe ich das ganze Jahr vorrätig. Mit etwas Zimt und Rotwein ein echter Hochgenuss. Für dieses Rezept wird auch Marmelade verwendet, wenn ihr allerdings keine zur Hand habt, könnt ihr auch Pflaumenmus verwenden oder einfach Zwetschgen klein würfeln und unter die Füllung heben.
Selbstverständlich lässt sich dieses Rezept mit dem unterschiedlichsten Obst variieren. Wichtig ist nur, dass es weiches Obst ist, also keine Äpfel oder Birnen, da die Backzeit zu kurz ist, um sie weich werden zu lassen. Zum Bloggertreffen in Freiburg am 29.08. das von der lieben Ina und Yvonne initiiert wurde habe ich diese kleinen Schnecken ebenfalls gebacken. Zum Picknick waren sie mit süßen Aprikosen gefüllt.


Die Zimtschnecken sind zugegeben eine kleine Sünde. Butter und Zucker werden hier in Mengen verwendet, aber es muss sein, denn erste die Butter machen die Schnecken so richtig weich und beim Austreten des Zuckers im Ofen fängt der er an leicht zu karamellisieren. Der Duft der aus dem Ofen tritt macht mich jedes Mal ganz hibbelig. Ich muss mich wirklich zusammenreisen die heißen Schnecken nicht direkt aus dem Ofen zu vernaschen.

Für ca. 20 Schnecken braucht ihr:

500 g Mehl
1/2 Würfel frische Hefe
220 ml lauwarme Milch
80 g Butter
70 g Zucker
1 Prise Salz

125 g warme Butter
100 g Zucker
2 gehäufte EL Zimt
2 EL Zwetschgenmarmelade

1. Die Milch lauwarm! erhitzen, die Hefe hineinbröseln und 10 Minuten gehen lassen.

2. Das Mehl sieben und zusammen mit Butter, Zucker und Salz in eine Rührschüssel geben. Die Hefemilch dazugeben und mit den Knethaken alles zu einem glatten Teig kneten. Der Teig darf nicht mehr kleben und muss sich leicht von der Schüssel lösen lassen.

3. Den Teig abgedeckt 60 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Der Teig muss sich dabei verdoppeln. In der Zwischenzeit die warme Butter mit dem Zucker kurz verrühren und langsam die Marmelade dazugeben.

4. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen. Für 20 Zimtschnecken sollte der Teig in der Breite kürzer sein als in der Höhe. Die Füllung gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Nun einmal die rechte Seite bis zu 2/3 einschlagen und dann die Llnke Seite darauflegen, sodass ein 3-lagige Teigdecke entsteht. Von der kurzen Seite den Teig in 20 Streifen schneiden. Die Streifen in sich drehen, dabei leicht auseinanderziehen, sodass eine Kordel entsteht und die Enden verknoten. Die Zimtschnecken auf ein Backbleck legen und zugedeckt nochmals 30 Minuten gehen lassen.

5. Die Zimtschnecken im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad Ober-Unterhitze 12 Minuten baken. Am besten jedes Blech nacheinander in den Ofen schieben.



Die kleinen zimtigen Schnecken mit Zwetschgenfüllung schmecken am besten, wenn Sie noch warm sind.

Genießt die ersten Herbsttage.

Mareike ♥